Das Zivilisationsproblem: Bewegungsmangel

Der menschliche Körper ist ein Wunderwerk und perfekt für jegliche Arten von Bewegungausgelegt. Für unsere Vorfahren war dies überlebenswichtig. Der gesamte Tagesablauf beinhaltete unablässige Bewegung, um das Überleben garantieren zu können. Wir haben die Körper von Jägern und Sammlern und sind von Natur aus Läufer. Als unsere Vorfahren sesshaft wurdenbetrieben sie Landwirtschaft und so blieb selbst zu der Zeit ein hohes Maß an körperlicher Ertüchtigung erhalten.

Bis zur Erfindung des Bürojobs wurde der menschliche Körper ausreichend mit der Zutat gefüttert, die ihn gesund hält: Bewegung.In der heutigen Zeit ist unser Körper jedoch chronisch unterfordert. Die Muskulatur wird zunehmend schwächer und verkürzt sich. Fehlhaltungen und Rückenschmerzen sind die Folge. Die Lendenwirbel leiden zudem massiv, da sie zwar für den aufrechten Gang benötigt werden, jedoch nicht für die Dauerbelastung des Sitzens ausgelegt sind. Bandscheibenvorfälle häufensich. Von dieser Problematik sind mittlerweile schonerschreckend vielejunge Menschen betroffen. Doch nicht nur das. Da wir unsere Muskeln nicht ausreichend benutzen, nehmen diese keinen Zucker aus dem Blut auf. Als Folge dessen steigtder Glukosespiegel in den Gefäßen an. Um ihn zu senken, produziert die Bauchspeicheldrüse ständig Insulin im Überschuss. Auf Dauer werden die Körperzellen gegendasInsulin resistent und der Zuckerstoffwechsel gerät ins Wanken. Die entstehende Krankheit heißt Diabetes und breitet sichimmer mehr in unserer Gesellschaft aus.

Die Evolution des menschlichen Körpers hinkt der zivilisatorischen Entwicklung deutlich hinterher und eben jene zahlreichen Zivilisationskrankheiten sind die unaufhaltsame Folge.Die Steinzeit steckt uns redensartlich noch in den Knochen.

Ernährung und vor allem Bewegung stehen folglich in einem engen Zusammenhang, wenn es um unsere Gesundheit geht. Die Zukunft sieht allerdings alles andere als rosig aus. Auf Grund der zunehmenden Digitalisierung werden die Bewegungsmöglichkeiten des Menschen immer weiter eingeschränkt.

Die Frage, ob die Evolutiondes Körpersden schnellen Fortschritt des Menschen aufholen kann,bleibt bestehen. Wird sich die menschliche Wirbelsäule nach und nach den neuen Anforderungen anpassen? Wird sie irgendwann auf stundenlanges Sitzen ausgerichtet sein? Vermutlich ist es eher umgekehrt. Denn es werden eher die Bürostühle angepasst, anstatt die bestehenden Problem aktiv anzugehen. Um dem rasanten Fortschreiten der verschiedenen Zivilisationskrankheiten entgegenwirken zu können, muss der Mensch wieder lernen, mehr Bewegung,und diese vor allem regelmäßig, in seinen Alltag zu integrieren.

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Quellen:

  • Die Steinzeit steckt uns in den Knochen: Gesundheit als Erbe der Evolution von Detlev Ganten, Thilo Spahl, Thomas
  • http://www.journalistenbuero-berlin.de/wp/wp-content/uploads/2012/09/Krank-durch- Komfort-Laborjournal-10-2011.pdf (Zugriff am 06.02.2019)